Februar 2018

Von der Lehre in die Karriere

Editorial

Was haben UBS-Chef Sergio Ermotti, Coop-Präsident Hansueli Loosli und Rapper Bligg gemeinsam? Natürlich wissen es alle: Sie haben ihre Karriere mit einer Berufslehre begonnen. Der Chef, der als Stift begann – das ist zwischendurch ein beliebtes Thema in Medien, wenn es darum geht, die Vorzüge der dualen Berufsbildung zu preisen.

Von der Lehre in die Karriere, titeln wir darum dieses Mal auch etwas plakativ. Wir zeigen an Hand von konkreten Beispielen, wie tadellos das vielgerühmte durchlässige System tatsächlich funktionieren kann, wenn man sich die richtigen Türen öffnet. Beispielsweise Nicole Tochtermann aus Bern: Sie ist Assistenzärztin, zweifache Mutter – und gelernte Informatikerin. Sie hat zuerst eine Lehre und die Berufsmaturität gemacht, dann die Passerelle zur Vollmatur absolviert, den Numerus Clausus bestanden und vor einem guten Jahr das Medizin Staatsexamen abgelegt. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation. Oder Oliver Neuhaus aus Worb. Nach einer Malerlehre hat der frühere Realschüler den Meisterkurs absolviert, sich selbständig gemacht und führt heute einen Betrieb mit zwei Angestellten und einem Praktikanten.

Zentral sind auf dem Karriereweg die Weiterbildungen. Lebenslanges Lernen ist ein allgemeines Gebot geworden. Das wird bereits den jungen Erwachsenen vermittelt. Das Laufbahnzentrum Zürich beispielsweise bietet ganzen Berufsfachschulklassen massgeschneiderte Seminare an, um Angebote überhaupt kennenzulernen. Erwachsene übrigens, die später mit einer Berufslehre angefangen haben, zeigen sich motivierter für eine Weiterbildung. Wer das Lernen einmal entdeckt, kann offenbar die Finger und den Kopf nicht mehr davon lassen.

Weiter im Heft:

– Von der Informatikerin EFZ zur Ärztin
– Vom Weltenbummerl über den Malermeisterkurs zum Chef
– So laufen „Übergang 2“-Seminare für Klassen ab